Lass die kleinen Kerle hüpfen - oder wie die Spermien besser werden

In fast der Hälfte der Fälle liegt der unerfüllte Kinderwunsch beim Mann: Das heisst, die Spermien sind nicht gut genug (meistens zu langsam). Für viele Männer ist das ein niederschmetterndes Urteil - nicht gut genug - das rührt manchmal an tiefe Versagensängst heran, gerade bei erfolgreichen und sportlich aktiven Männern. Und dann sagen die Kinderwunschzentren - tja da kann man nichts machen, da müssen wir zur künstlichen Befruchtung greifen. 

Aber was macht die Spermien eigentlich so langsam?

Die Hormone sind es - diesmal natürlich nicht die männlichen sondern die weiblichen. Bzw. hormonell wirksame Stoffe. Und die sind allgegenwärtig. In Sonnencremes und Kosmetik, in Plastikflaschen und -Verpackungen (Weichmacher) in Pestiziden und Herbiziden und sogar im Leitungswasser! Die Forscher um Timo Strünker vom Center of Advanced European Studies and Research (Caesar) in Bonn haben 96 verschiedene Stoffe an menschlichen Spermien getestet und herausgefunden, dass 33 davon dafür sorgen, dass Kalzium in die Spermien strömt, sie im Schwimmverhalten stört und so die Befruchtung beeinträchtigen. Die Grenzwerte für solche Stoffe sollten zwar dafür sorgen, dass sie keine schädliche Wirkung entfalten, aber sie summieren sich in ihrer Wirkung und stören doch.

Hinzu kommen die Hormone in der Milch (es werden auch trächtige Kühe gemolken) und im Trinkwasser (das sind die Hormone aus den Ausscheidungen von 1000en von Frauen, die die Antibabypille nehmen, die nicht mehr herausgefiltert werden können). All diese Hormone schaden natürlich auch der weiblichen Fruchtbarkeit. Die Gesundheitsbehörden haben dieses Problem noch nicht in Angriff genommen. Richtlinien gibt es keine und bis der träge Apparat reagiert bleibt dem fortpflanzungswilligen Mann (und seiner Frau) nur eins: radikales Umdenken.

  • Wasserfilter (Umkehrosmose) zu Hause installieren
  • Milchprodukte radikal reduzieren, Fleisch nur Bio
  • Gemüse und Obst nur noch aus bestem Bio Anbau
  • Naturkosmetik (auch das Duschgel und das Shampoo)
  • Glas- oder Edelstahlflaschen statt Plastik
  • Kein Essen in Plastikverpackungen
  • Plastik im Haushalt (Farben, Möbel, Textilien) entfernen

Keine Angst, es muss ja nicht alles auf einmal sein. Jede Maßnahme für sich wird auch etwas bewirken.

Und dann dauert es mindestens drei Monate bis die Spermien sich neu gebildet haben, auch die Eizellen reifen in diesem Zeitraum heran. Doch zu was führt das alles? Dass zukünftige Väter sich gesund ernähren, sich für Umweltgifte interessieren und einen plastikfreien Haushalt einführen? Das kann ja für die noch zu zeugende Generation nur gut sein. Zumal die hormonell wirksamen Stoffe auch das Ungeborene und Babys negativ beeinflussen Also los Männer - ans Werk - es gibt was zu tun!

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